Da ich nicht wirklich die typische Schmuckträgerin à la Bling Bling und Schleifchen bin, reiße ich die Augen vor allem bei minimalistischen nicht zu mädchenhaften Schmuckstücken besonders weit auf. Her damit! Ich bin ja kein Weihnachtsbaum und ich mag das Gebimmel und Gebommel um Hals, Ohren, Arme und Finger einfach auch nicht.
Als ich die Ketten von Bullets 4 Peace entdeckt habe, war es um mich und meinen Hals geschehen… und da wir Frauen ja nicht alles und jeden an unseren Hals lassen wollen, lohnt es sich doch ein bisschen, etwas über den Designer hinter Bullets 4 Peace, Rafi Anteby, zu erfahren. Anteby wurde in Israel geboren und wuchs auch dort auf. So wie die einen singen, bevor sie reden können, begann der kleine Rafi Zeichnungen anzufertigen, bevor er überhaupt lesen oder schreiben konnte.
In der Schule besuchte er- wie kann es nicht anders sein – die Hauptfächer Kunst und Grafikdesign. “Nebenbei” verbrachte der Jugendliche etwa acht (!) Stunden täglich mit Kampfsport wie Kung Fu, Tae Kwon Do oder Karate. Also bereits damals schon ein sehr aktiver junger Mann! Von den Kampfsportarten ging es dann mit 18 zum Ernst des Lebens über; Rafi trat der israelischen Armee bei. Als er dann zur Offiziersschule eingezogen wurde, fiel seine Truppe einem Bombenangriff zum Opfer. Die meisten seiner Kameraden kamen dabei ums Leben. Zu diesem Zeitpunkt kam Rafi zu dem Schluss, dass sein Überleben einen Sinn haben musste. Für mich der Zeitpunkt beim Lesen seiner Biografie, in dem ich vom Grinsen hin zum ernsten Gesicht schwenke, und meinen Hut vor dem Designer ziehe!
In den Jahren darauf widmete er sich ganz der Kampfkunst. Er vertiefte seine Fertigkeiten in Hong Kong und kehrte später nach Israel zurück, um mit seinem früheren Lehrer zu arbeiten.
Es folgten Unterricht und Turniere in Südafrika und China. Rafi und sein muslimischer Freund Shahid Jhonson eröffneten den Nachtclub „Soul2Soul“, um im „neuen“ Südafrika (nach der Apartheid) ein Zeichen der Liebe, des Vergnügens und des Mitgefühls zu setzen …
2006 wurde Rafis bester Freund aus Kindheitstagen, David Peri, mit 18 Schüssen getötet. Dies war ein weiterer Weckruf für den Israeli Rafi, etwas Bedeutsames und Nachhaltiges zu tun, um ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen!
In einer schlaflosen Nacht begann er an seinem Zeichentisch mit den ersten Entwürfen der Schmuck-Linie “Bullets4Peace”. Jetzt wisst ihr Bescheid und habt (wie ich) mit dieser Biografie wieder einen Fall kennengelernt, bei dem Schmuck bzw. ein Label generell nicht nur aus einfachen Produkten zum Verkauf besteht, sondern durchaus eine große Geschichte mit sich trägt, von der wir als Besitzer dann gewissermaßen auch ein Teil werden dürfen!
Und nicht nur wir:













