Schwarz sehen mal anders ...

Die Akkreditierung für die London Fashion Week ist kompliziert, so kompliziert, dass ich auf meinem langen, nervenaufreibenden Weg zur finalen Akkreditierung des öfteren an Aufgabe dachte. Doch nun, endlich möchte ich sagen, bin ich für die Fashion Week in London akkreditiert. Ein Herausfinden aus einem Labyrinth auf einer Überdosis psychoaktiver Pilze ist sicherlich einfacher. Ein Dutzend Mails und Anrufe waren nötig, doch nun ist alles klar eine intensive Auseinandersetzung mit der London Fashion Week kann beginnen. Für diejenigen, die sich für die Modewoche erstmalig auf den Weg nach London machen, ein paar Ratschläge.

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Würde auch Lady Gaga stehen ...

Leidenschaft, so mein Vater, ist der Schlüssel zum Erfolg. Nicola Formichetti, Stylist von Lady Gaga, wäre ein Paradebeispiel für Vaters These. Kürzlich gab der überaus erfolgreiche Stylist ein Interview für das französische „WAD“ -Magazine, in dem er eine Anekdote aus seiner Jugendzeit zum Besten gab, die belegt, dass Formichetti schon immer verrückt nach Mode war.

“Ich war der allergrößte Vivienne Westwood-Fan, daher habe ich begonnen bei ihr im Store zu arbeiten. Ich habe wirklich viel Kleidung gestohlen. Irgendwann ordnete der Manager des Ladens eine Kontrolle der Taschen an. [...]

Milliardär, Modefan und Cowboy – James Goldstein. „He has a true love for fashion“, sagt Jean Paul Gaultier über ihn. Während der Modewochen in Paris und Kopenhagen sah ich den 70-jährigen Mann mit überkreuzten Beinen in der Frontrow sitzen. Seine Uniform: Hut, der  mit Pythonhaut überzogen ist. Slim-Fitted Lederhose. Und Cowboy-Stiefel. Wer ist der Cowboy? Eine Frage, die mir mein Sitznachbar, ein Redakteur des S-Magazins, beantworten konnte. [...]

Wir, das sind Alberto Nasseli und meine Wenigkeit, sitzen nach seiner Show auf einem Sofa. Er spricht, ich lausche. Alberto Nasseli ist der Designer von dem dänischen Label Nom de Plume. „Ich wollte schon immer D´Artagnan sein“, sagt der Mann, dessen Gesicht von einer Maske verdeckt wird. Während er über seine Leidenschaft spricht, leuchten seine Augen. [...]

Ein Foto, das ich auf dem bekannten Streetstyle-Blog StilinBerlin erblickte, brachte mich zum Nachdenken. Ein Junge, Vincent, 12 Jahre alt, gelocktes Haar, übergroßer Weekday-Sweater, stilvolle Kette um den Hals. Der Bildunterschrift entnahm ich nicht nur die Herkunft seiner Garderobe, nein, auch seine Herkunft wurde dort niedergeschrieben. Vincent kommt aus Kopenhagen. Woher auch sonst? [...]

Hundertschaften von hippen Touristen pilgern täglich in die Second-Hand Stores von Berlin. Warum nur? In Anbetracht der horrenden Preise und einer Auswahl, die jegliche Individualität vermissen lässt, eine berechtigte Frage. Schnäppchenjäger werden in den Berliner Second-Hand-Läden wohl kaum fündig werden. Preise, die man durchaus als unverschämt bezeichnen kann, werden vielerorts vom Kunden verlangt. Abgewetzte Lederschuhe für 75 Euro, Karohemd samt Schweißrändern im Achselbereich für 25 Euro. Doch nicht nur die Preise sind eine Zumutung, auch das monotone Angebot ist nur schwer verdaulich. Individualität Fehlanzeige. Second Hand Paradies Berlin, ein großer Irrtum. [...]

Männerfüße in Sandalen, dass klingt für die meisten Menschen noch immer nach einer Drohung. Das tönt nach einem bierbäuchigen Mann, dessen unschönen Füße in Plastik-Sandalen stecken. Das hört sich nach Rainer an. Alle Männer mit Sandalen heißen doch Rainer, dessen Frau Ban Kao Ngio gerade dabei ist aus der Küche Chips zu holen, während er am Hefe-Weizen nippt. Doch das Image, das Sandalen in Kombination mit Männerfüßen bei den meisten Menschen auslösen, wird sich in naher Zukunft in Luft auflösen, denn die neuen Sandalen-Modelle sind wahrhaft göttlich. [...]

Innerhalb kurzer Zeit habe ich Gespräche mit Patrick Mohr und Henrik Vibskov, zwei Avantgarde-Designern, geführt. Beide trugen Kleidung mit dem Camouflage-Print. Mohr trug eine umgekrempelte Hose, Vibskov eine Jacke. Doch nicht nur Opinion-Leader tragen Camouflage, nein, auch die Unterschicht, das Proletariat. Ist Camouflage wieder cool, wieder tragbar? [...]

Ich höre Sektkorken knallen, sehe C-Prominenz in die Front Rows huschen. Die Berlin Fashion Week ist mal wieder in vollem Gang:  Schauen, Showrooms und Champagner. Das Angebot ist groß, so groß, dass man schnell den Überblick verliert in einem Irrgarten aus mäßigen Partys, das sind die ohne Freigetränke und Fingerfood, und einer Masse an Modenschauen. Einen kleinen Überblick, ein paar Tipps und gut gemeinte Ratschläge, will ich euch geben, damit euer Ausflug in die Modehauptstadt Berlin nicht zu einem Alptraum wird.

Beginnen wird die Fashion Week in Berlin mit der Marcel Ostertag Show. Wundert euch nicht, wenn er am Ende seines Defilés in gigantischen High-Heels den Catwalk entlang schreitet und sich galant verbeugt, dass macht er immer so. Die Marcel Ostertag Show ist sehenswert, wenn auch nur aufgrund des dramaturgischen Finales. Bevor ich zu meinen ernst gemeinten Ratschlägen komme, möchte ich euch noch vor einer Show warnen: Rena Lange. [...]

dandy diary

Nicht all zu lang ist es her, da schraubte Baptiste Giabiconi an kaputten Helikoptern in einem Hangar in Marseille herum. Ein Scout entdeckte ihn in einem französischen Club und schickte den schönen Baptiste zu einem Casting von Karl Lagerfeld. Der Modezar war hingerissen von dem Beau. Fortan konnte Mr. Giabiconi den Schraubenschüssel  getrost zur Seite legen und zum Champagner-Glas greifen.

Er hat es geschafft. Sein Leben, das in Blaumann und mit Feierabendbier, scheint in weiter Ferne. Nichts ist mehr wie früher. Das Leben ist jetzt wie ein Traum. „Früher bin ich morgens um sieben Uhr aufgestanden, in die Fabrik gegangen, habe die Stechuhr gedrückt und dann bis abends gearbeitet. Dank Karl stehe ich auf einmal im Rampenlicht“, so Giabiconi über seinen Werdegang. Doch welchen Preis zahlt Giabiconi, der nach eigenen Angaben heterosexuell ist, für seinen Ruhm? [...]

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